Die Quelle aus der Steinzeit in der Nähe von Pontivy
(Morbihan) wurde erst kürzlich für
die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Alter ca. 6 000 Jahre. Es ist
gegenwärtig das einzige Steinzeitmonument, bei dem Megalithen in Kombination
mit einer Quelle verbaut wurden.
Die prähistorische Quelle
befindet sich auf dem Gehöft Kermore (Gemeinde Seglien/ Pontivy / Morbihan). Der kulturhistorisch interessante Ort
ist sehr gut zugänglich und befindet sich in einer Art Park.
Sie erreichen Kermore über die D 782 zwischen Pontivy und Guemene. Von Pontivy
sind es 12 km, von Guemene 10 km bis zur Abzweigung die zum Gehöft Kermore
führt. An der D 782 befindet sich ein Wegweiser nach Kermore. Bereits
90 Meter nach dem Verlassen der D 782 sehen Sie die 300 Jahre alte Eiche von Kermore. Daneben befindet sich der Parkplatz.
Die Quelle ist ca. 50 m entfernt und über
einen Weg erreichbar.
Geschichtliches und Kurioses
über die Megalith - Quelle
und das Gehöft Kermore
Der Name Kermore leitet sich vom
Bretonischen Ker für Gehöft / Dorf und more für groß / bedeutend ab.
Da es sich bei Kermore auch in der
Vergangenheit um maximal 4 Häuser gehandelt hat, dürfte die treffendste
Interpretation des Namens Kermore
"bedeutender Ort" sein.
Hinsichtlich der Quellenanlage, die aus
drei verschiedenen kleineren Quellen besteht, gibt es nur wenig
Überlieferungen. Es ist aber durch zahlreiche Aussagen älterer Personen
verbürgt, dass die Quelle eine sog. Heil- oder Wunderquelle ist, die
hauptsächlich genutzt wurde um bei Kindern Knochenerkrankungen zu heilen.
In der neueren Zeit hat sich die
Bedeutung der Quelle dahin gehend verändert, dass ihr eine positive Wirkung
bei Liebes- und Partnerproblemen zugeschrieben wird. Vermutlich ist dies auf
den massiven Steinblock in Herzform zurück zu führen, der unmittelbar neben
der Quelle steht.
Wie bei fast allen bedeutenden
Megalithbauten der Bretagne wird die mysteriöse Ausstrahlung durch Mythen
und Geheimnisse verstärkt. Bei vielen Megalithen finden sich zusätzlich
Hinweise auf die aktuelle Verehrung der Bauwerke. So finden sich an der
Quelle von Kermore Steine mit Runen, Kerzen und Kränze aus Blumen.
Deutlich erkennbar sind die durch Megalithen gebildeten
Bassins, die das Wasser zurück halten. Der abschließende Bogen aus diekleineren
Steinen stammt aus unserer Zeit.
Der Aushöhlung des Decksteins ist ca. 2,5 m breit und 1,50 m tief. An beiden
Seiten sind flache Steine auf denen der gesamt Block aufliegt
Parallel zum Deckstein liegen
ineinander verkeilte Megalithen im Gewicht von 600 kg bis 6 000 kg.
Zwischen den Steinen fliest das Wasser einer kleinen Quelle.
Die
bewusste Anordnung der Steine bildet mehrere Bassins.
Gesamtansicht des
Steinzeitmonuments
Der Deckstein wiegt mehr als 40 t und wurde vermutlich zur
Abdeckung der Quelle in diese Position gebracht
Bassins, vom Deckstein aus gesehen
Der Deckstein liegt auf einem Fundament
aus Lehm und Steinen. Das Fundament verläuft bündig zum Deckstein
"Herzstein" - ein bearbeiteter Steinblock in der
Form eines Herzens von ca. 2 t Gewicht
Auf der linken Seite der Quelle, etwa 7
m entfernt, befindet sich eine in Stein gefasste Quelle aus jüngerer Zeit,
die ebenfalls durch eine Steintreppe erreichbar ist
In unmittelbarer Nähe der
Megalithquelle von Kermore, in nordwestlicher Richtung, ist eine weitere Quelle,
deren Wasser zur Tränkung des Viehs diente